Entstehung
der ÖDP
In
den 70er Jahren wurde angesichts der
zunehmenden Zerstörung der biologischen
Lebensgrundlagen offensichtlich, dass der
traditionelle Naturschutz neue Wege gehen
musste. Die Bewegung zum Erhalt der
Mitwelt musste politischer werden. Die
bisherigen Parteien waren zum Schutz von
Natur und Umwelt weder fähig noch
willens.
Deshalb
wurde 1977 die Grüne Liste
Umweltschutz Niedersachsen, 1978
dann auch in Hessen, Hamburg,
Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen
und Baden-Württemberg. Andere grüne
Gruppierungen folgten oder wurden
parallel gegründet. So trat im Juni 1978
der Bundestagsabgeordnete und
Umweltexperte der CDU, Dr. Herbert Gruhl,
aus der CDU aus und gründete am 13. Juni
1978 zusammen mit den Professoren Heinz
Kaminski, Erich Huster sowie anderen
Aktivisten aus der Antiatomkraft- und
Umweltbewegung die Grüne Aktion
Zukunft (GAZ).
Einzelne
dieser grünen Listen hatten
bemerkenswerte Wahlerfolge. Die
Grüne Liste Umweltschutz
Niedersachsen erreichte am 4. Juni 1978
bei der Landtagswahl immerhin 3,9 %, und
die Bremer Grüne Liste zog
im Oktober 1979 mit 5,1 % gegen eine
linke Alternative Liste für
Demokratie und Umweltschutz (1,4 %)
ins Landesparlament ein. Die Konkurrenz
verschiedener Listen machte aber
deutlich, dass bundesweit Erfolge nur bei
einem Zusammengehen der grünen
Gruppierungen zu erwarten waren. Daher
wurde im Vorfeld der Europawahl im März
1979 das Bündnis Politische
Vereinigung die Grünen gegründet.
In
diese - im doppelten Wortsinn - junge
Partei Die Grünen strömten
schnell Vertreter etlicher linker
(autonomer,
bunter,
alternativer, anarchischer
und kommunistischer) Gruppierungen, die
nach ihrem bisherigen Scheitern jetzt die
Gelegenheit sahen, auf der Öko-Welle
mitzuschwimmen.
Die
Ökologen gerieten dadurch in die
Minderheit. Das zentrale ökologische
Anliegen wurde zugunsten linker
Ideologien zurückgedrängt. Auf dem
Parteitag in Saarbrücken im März 1980
konnten die linken Kräfte mit ihrer
Mehrheit ein vom anspruchsdenken
bestimmtes Programm durchsetzen. Dieses
Programm war in sich widersprüchlich und
für viele konsequent ökologisch
Denkende nicht vertretbar.
Deshalb
beschlossen die Grüne Aktion
Zukunft, die Grüne Liste
Schleswig-Holstein, die
Bremer Grüne Liste sowie die
Arbeitsgemeinschaft Ökologische
Politik bei den Grünen (AGÖP) als
Alternative die Zusammenarbeit als
Grüne Föderation. Diesem
Zusammenschluß trat kurz darauf die
Grüne Liste Hamburg bei. Die
Grüne Föderation strebte
dann die Gründung der Ökologisch-Demokratischen
Partei an. Im Januar 1982 wurde in
Wiesbaden das Grundsatzprogramm der ÖDP
beschlossen.
Der
1. öffentliche Bundesparteitag der
Ökologisch-Demokratischen Partei wurde
für den 6./7. März in Bad Honnef
einberufen und Herbert Gruhl zum
1.Bundesvorsitzenden gewählt. Es wurden
in allen Bundesländern einschließlich
Berlin, Landesverbände gebildet. Zum
Zeitpunkt der Gründung hatte die ÖDP
ca. 1750 Mitglieder.
Quelle:
ödp-Bundesgeschäftsstelle Würzburg
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